Ernährung bei Krebs

Die Bedeutung der Ernährung bei Krebs

Es ist wissenschaftlich gesichert, dass bei Patienten mit einer Krebserkrankung ein guter Ernährungszustand den Erfolg einer Krebsbehandlung günstig beeinflusst.

Viele Tumorpatienten sind mangelernährt.  Die psychische Belastung und Begleitsymptome der Erkrankung und Therapie beeinflussen den Ernährungszustand zusätzlich negativ.

Eine entsprechende Ernährungsberatung allein kann Krebs nicht heilen, sie unterstützt jedoch die notwendigen Therapiemaßnahmen und verbessert die Lebensqualität des  Krebskranken.

Orange

Scharlatanerie mit sog. „Krebsdiäten“

Sogenannte. „Krebsdiäten“ (alternative oder einseitige Ernährungsformen) sollen angeblich eine heilende Wirkung besitzen.
Sogar einige Kliniken und Praxen werben mit solchen unseriösen Angeboten.
Oft werden teure Produkte (spezielle Lebensmittel, Nahrungsergänzungsmittel) verkauft, um diese „Krebsdiäten“ durchführen zu können. Es wird behauptet, die Wirkungen seien wissenschaftlich nachgewiesen.
Das ist ebenso unsinnig wie unseriös !

Keine dieser Krebsdiäten kann halten, was sie verspricht.
Weder das Wachstum der Krebszellen wird verzögert, noch die  Metastasenbildung verhindert.
Mit dieser Einschätzung sind sich alle Krebs- und Ernährungsexperten einig.

 

Pille Obst
Einige dieser heilversprechenden Diäten sind sogar gefährlich, denn durch eine stark eingeschränkte Lebensmittelauswahl wird die Lebensqualität beeinträchtigt und es können Mangelerscheinungen durch Nährstoffdefizite auftreten.
Daher kann von solchen Krebsdiäten nur abgeraten werden.

Männchen Bauchweh

Die meisten Krebsdiäten stammen übrigens noch aus einer Zeit, als die Behandlungsmöglichkeiten bei Krebs sehr eingeschränkt waren, sodass solche Diäten mehr aus Verzweiflung als mit rationaler Begründung angewandt wurden.

Hier ein paar Beispiele:

Krebskur nach Breuss Elektromonteur und Heilpraktiker R. Breuss (1899-1990)

  • 42 Tage lang nur Gemüsesäfte und Tees
    Diese sehr einseitige Fastenkur ist bes. bei  fortgeschrittener Krebserkrankung gefährlich!
    Eine Wirkung ist nicht zu erwarten, Achtung Mangelernährung
    Die Gerson Diät nach dem deutschen Arzt Max Gerson (1881 – 1959)
  • streng vegetarische Kost ohne Fett und Salz mit möglichst frisch gepressten Obst- und Gemüsesäften, um das „angeblich gestörte Gleichgewicht“ zwischen Natrium und Kalium wieder herzustellen. Es wird zu Kaffee-Rizinus-Einläufe geraten.Eine Wirkung ist nicht zu erwarten, Achtung Mangelernährung!

Die Krebsdiät nach Budwig Apothekerin Dr. Johanna Budwig (1908-2003)

  • fettreiche Diät mit vor allem Leinöl (Omega-3-Fettsäuren), Quark als Eiweißquelle, auf Fleisch verzichten, reichlich Obst und Gemüse
    Es fehlt jeder Nachweis einer Wirkung. Sie kann daher nicht empfohlen werden.

Ketogene/ kohlenhydratarme Diät
Krebsdiät nach Coy Biologe Dr. Johannes Coy, geb. 1963

  • Verzicht auf Zucker und Kohlenhydrate
    Theorie: Krebszellen durch den Mangel an Zucker „aushungern“.
    Allerdings stellt der Körper Kohlenhydrate selbst aus Eiweiß her!
    Auch hier fehlt jeglicher Nachweis einer Wirkung. Nicht zu  empfehlen.

Weitere Krebsdiäten

Weitere dubiose Krebsdiäten verbieten z.B. Schweinefleisch oder  Zucker, andere Kartoffeln und Tomaten weil sie angeblich das Wachstum des Tumors fördern. Diese Aussagen entbehren aber jeder Grundlage.

Der Verkauf bestimmter Lebensmittel ( Nahrungsergänzungsmittel), die angeblich eine heilende Wirkung hätten und völlig überteuert verkauft werden, ist unseriös!

Pille Obst

Schränken Sie sich nicht unnötig ein!
E
ssen Sie abwechslungsreich!

Genießen Sie, was Ihnen gut bekommt

Hähnchen und Gemüse

Dessert

 

 

 

 

  1. Die Lebensmittelvielfalt genießen!
  2. Keine unnötig einschränkenden Diäten !
  3. Reichlich Getreide, Hülsenfrüchte , Kartoffeln
  4. Gemüse und Obst – Nimm „5 am Tag“
  5. Milch/-produkte täglich, Fisch: 2x /Woche
        Fleisch und Wurst: weniger  ; Eier in Maßen
  6. Essen Sie wenig tierische Fette, eher Pflanzenöl ( Nuss, Raps, Olive)
  7. Trinken Sie täglich 1,5 – 2 l kcal- arme Getränke
  8. Schmackhaft und schonende Zubereitung
  9. Nehmen Sie sich Zeit, genießen Sie Ihr Essen
  10. Achten Sie auf Ihr Gewicht, bleiben Sie in BewegungO Saft

Probleme,die bei einer Krebserkrankung oft auftreten:

  • Appetitlosigkeit, Übelkeit und Erbrechen
  • Verändertem Geruchs-/ Geschmacksempfinden
  • Abneigungen gegen bestimmte Lebensmittel
  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten
  • Entzündungen der Schleimhäute
  • Bauchschmerzen, Durchfall, Verstopfung
  • Kau- und Schluckbeschwerden
  • Mundtrockenheit
  • Sodbrennen

Frau und Pillen

Ziele der Ernährungsberatung

  • Allgemeinbefinden und Lebensqualität verbessern
  • Mangelernährung vorbeugen / begrenzen
  • körpereigene Abwehrkräfte stärken
  • starke Gewichtsverluste vermeiden oder verzögern
  • Therapie-Nebenwirkungen lindern
  • sinnvolle und hilfreiche Informationen
  • und vor allem….
  • Freude und Genuss am Essen erhalten 

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